Im September 2015 zogen am Holmbrook die ersten Bewohner in der Folge-Unterkunft am Holmbrook ein – seither ist mehr als ein Jahr vergangen. Am Holmbrook ist – soweit das möglich ist – Alltag eingekehrt.

Das Willkommens-Café (Montags und Donnerstags von 16-18 Uhr) in den Räumen der Unterkunft ist zu einer festen Institution geworden, viele Bewohner, Ehrenamtliche und Nachbarn nutzen diesen Treff. Besonders die Kinder vom Holmbrook kommen mit leuchtenden Augen zur Tür herein gestürmt berichten die HelferInnen.

Viele der Bewohner in der Unterkunft am Holmbrook wohnen hier seit der Eröffnung vor 15 Monaten. Sie warten noch immer auf die Bewilligung ihrer Aufenthaltserlaubnis. Für andere war der Holmbrook nur eine kurze Zwischenstation, weil sie relativ bald eine Aufenthaltserlaubnis bekommen und auch Wohnraum gefunden haben. Für die meisten heißt es am Holmbrook vor allem warten: Warten auf Sprachkurse, auf eine Arbeitserlaubnis, auf die Möglichkeit eine eigenständige Wohnung oder ein Zimmer beziehen zu können. Wieder andere mussten die Folgeunterkunft verlassen: Auch am Holmbrook gab es Abschiebungen. Vor allem Asylbewerber aus den Balkanstaaten mussten zurück in ihre Heimat.

Jede neue Abschiebung am Holmbrook schürt die Angst unter den Verbliebenen, ähnliches zu erleben. Diese Sorge und das Warten auf Behördenbescheide, Zusagen für Sprachkurse oder Wohnraum zermürbt die Bewohner, das berichten auch die Mitarbeiter des Holmbrook-Cafés. Umso wichtiger die Arbeit der Café-Mitarbeiter, deren Gesprächs-Angebot für viele Holmbrook-Bewohner ein wichtiger Termin in der Woche ist. Auch die Begleitung zu Ämtern, Ärzten, Schulen und anderen Einrichtungen wird immer wieder nachgefragt.

Noch immer stammen die meisten Flüchtlinge aus Afghanistan, Syrien oder dem Irak.  Größerer Zulauf kommt auch aus Eritrea, ihre Zahl am Holmbrook wächst. Sobald in der Unterkunft ein Platz frei wird informiert die Einrichtungsleitung die Behörden. Wer den Zuschlag erhält und einquartiert wird, darauf hat die Einrichtungsleitung keinen Einfluss.

Das alles bestimmende Thema am Holmbrook ist zur Zeit Deutschlernen. Denn die Sprache ist die Basis aller Weiterentwicklung in Richtung Praktikum, Ausbildung und Beruf. Der ein oder andere, je nach Deutsch- und Vorbildungsstatus, versucht sich bereits in Praktika, vielleicht auch bald schon in Ausbildungen oder Festanstellungen.
Für diesen nächsten Schritt der Bewohner wird unserseits eine intensive Unterstützung und ein großes Netzwerk benötigt.
Eine Idee wäre, dass sich Menschen engagieren und Helfer werden können, die eigentlich kaum Zeit haben sich um soziale Projekte / ggf. Flüchtlingsthemen zu kümmern, dies aber gerne möchten. Sie könnten als Ausbildungspaten in ihrer Firma, in ihrem Umfeld agieren. Ein wichtiges Thema, denn für viele der Bewohner steht im kommenden Jahr der nächste, berufsorientierte Schritt bevor. Mehr Informationen kann die Gruppe „Mentoring“ geben: mentoring@holmbrook.de

Nachbarschaftsfest im Sommer 2016

Natürlich gibt es auch Konflikte am Holmbrook – vor allem wegen der beengten Wohnsituation. So froh die Geflüchteten sind, dem Erstaufnahme-Lager entkommen zu sein, so sehr fehlt auf Dauer dann doch auch der Rückzugsraum und die Privatsphäre. Es ist schwer einen Kompromiss zu finden, wenn der eine laut vertraute Musik aus der Heimat hören möchte und der andere in Ruhe Deutsch-Vokabeln pauken möchte. Noch gibt es keine Räume, in die man sich zurückziehen kann.

Doch es gibt auch viel Positives zu berichten:

  • Einige Gehörlose haben Wohnraum gefunden der ihren Bedürfnissen entspricht. Zurzeit wohnen noch 16 gehörlose Menschen am Holmbrook.
  • Die Schülervertretung des Christianeums hat auf dem Weihnachtsbasar 2015 Geld für die Unterkunft gesammelt. Aus diesem Topf wurde nach langem Vorlauf jetzt eine Tischtennistennisplatte aufgestellt. Den Untergrund dafür hat „fördern und wohnen“ gestiftet. Die Schläger und Bälle können über das Café ausgeliehen werden. Im Frühjahr wird die Platte sicher erst richtig genutzt werden können.
  • Nach über einem Jahr hat sich die Zusammenarbeit zwischen dem Team um Frau Willms und den Ehrenamtlichen im Umfeld gut eingespielt.
  • Die Garten-Gruppe der HOLMBROOKER  hat ein Hochbeet an der Unterkunft aufgestellt, das 2017 richtig aufblühen kann
  • Fünf Kinder vom Holmbrook gehen zur Loki-Schmidt-Schule, einige andere besuchen die Vorschule im Trenknerweg. Beide Schulen haben sich sehr gut auf ihre neuen Schüler eingestellt und sind sehr kooperativ
  • Mittwochs und Donnerstags finden Deutsch-Kurse für geflüchtete Frauen statt, die von bis zu acht Frauen besucht werden. Das freut die Ehrenamtlichen ganz besonders! Hier finden Sie mehr Informationen…

Noch immer werden Ehrenamtliche gesucht, die Lust haben im Café mitzuwirken oder beim Sprach-Unterricht zu unterstützen. Kontaktaufnahme über willkommen@holmbrook.de und sprache@holmbrook.de. Die Runde veranstaltet immer wieder auch gesellige Treffen, bei denen geklönt wird und bei denen man sich über die gemeinsame Arbeit austauschen kann.

Zur Erinnerung: Das Café lädt Montags und Donnerstags von 16-18 Uhr zu Tee, Kaffee, Plausch und  Informations-Austausch ein. Kommen Sie gerne vorbei!!

Auf gute Nachbarschaft!

 

 

 

Was hat sich am Holmbrook getan? Stand der Dinge im Dezember 2016

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