Über 400 Interessierte kamen am Montagabend in die Elbschule, wo das Bezirksamt Altona zum ersten Mal öffentlich über die Nutzung des Holmbrook-Geländes informierte.

Eine volle Aula bei der Infoveranstaltung des Bezirksamts Altona am 13.04.2015
Eine volle Aula bei der Infoveranstaltung des Bezirksamts Altona am 13.04.2015

Der Besucher-Andrang übertraf alle Erwartungen: Schon lange vor Veranstaltungsbeginn um 18 Uhr waren die 125 offiziellen Sitzplätze der Aula in der Elbschule besetzt. Die zahlreichen Besucher – überwiegend Anwohner – nahmen Steh- und Treppenplätze in Kauf, um sich über die geplante Flüchtlings-Unterkunft auf dem Grundstück hinter den Hausnummern 1-5 am Holmbrook zu informieren.

Auf dem Podium vertreten waren:

  • Frau Gugat von der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI)
  • Frau Dr. Melzer, Altonaer Bezirksamt-Leiterin
  • Herr Dr. Vaerst von “fördern & wohnen”, dem Betreiber der Unterkunft
  • Architekt Achim Freund, mit der Unterkunfts-Planung und Umsetzung betraut
  • Pastor Martin Hofmann, Vertreter der Anwohnerinitiative
  • Frau Kant von „fördern & wohnen“, die zukünftige Leiterin der Flüchtlingsunterkunft am Holmbrook

Nach einer kurzen Einleitung durch die Leiterin des Bezirksamtes, präsentierte Frau Gugat von der BASFI. Sie stellte aktuelle Zahlen zum Asylverfahren vor und informierte über den Stand des Bauvorhabens. Ihre Präsentation stellen wir hier zum Download bereit: Behörden-Präsentation zum Download. Anschließend ergriff Herr Dr. Vaerst von „fördern & wohnen“ das Wort und lieferte Informationen über die geplante Belegung und Verwaltung der Unterkunft. Die letzte Stellungnahme kam von der Nachbarschafts-Initiative, dessen Vertreter Martin Hofmann sich dafür aussprach, die Flüchtlinge vorurteilslos willkommen zu heißen und wo nötig sinnvoll Hilfe anzubieten (hier finden Sie seinen Beitrag).

Bei der dann folgenden offenen Fragerunde herrschte eine deutlich spürbare positive Grundstimmung im Saal, die auch von den Podiums-Teilnehmern gewürdigt wurde. Einige Besucher brachten jedoch auch Ängste und Vorbehalte zum Ausdruck. Andere übten Kritik am undurchsichtigen Genehmigungsverfahren der Behörde und der als verspätet empfundenen Einbindung und Information der Anwohner.

Im Folgenden die wichtigsten Zahlen und Ergebnisse der gut zwei Stunden dauernden Veranstaltung:

Plan der Flüchtlingsunterkunft Holmbrook
Plan der Flüchtlingsunterkunft Holmbrook
  • Der Baubeginn soll Ende April diesen Jahres sein.
  • Am Holmbrook ist kein Containerdorf geplant, sondern eine Unterbringung in zweigeschossigen Modulhäusern
  • In zwei Bau-Abschnitten werden insgesamt 8 zweigeschossige Häuser und ein eingeschossiges Gebäude für Verwaltung und Gemeinschaftsnutzungen gebaut. Pro Wohnhaus gibt es vier Wohnungen mit jeweils eigener Küche. Bis Ende Juli/Anfang August sollen drei Häuser sowie das Gemeinschafts- und Verwaltungsgebäude fertig gestellt sein, bis Ende September/Oktober dann die restlichen fünf Häuser.
  • Die Nutzung ist langfristig geplant, per Definition jedoch zeitlich begrenzt.
  • Die insgesamt ca. 208 Bewohner werden voraussichtlich Flüchtlinge (Familien und Einzelpersonen) sein, möglicherweise aber auch wohnungslose Hamburger. Die Behörde rechnet damit, dass der Anteil der Kinder 40% beträgt.
  • Die Siedlung wird offen zugänglich sein, es wird keinen Zaun geben. Die Erschließungsstraße ist nur für Servicefahrzeuge wie die Müllabfuhr, Feuerwehr etc. gedacht und nicht für öffentlichen Autoverkehr.
  • Die Siedlung wird auf einer bisherigen Grünfläche stehen, die als Ausgleichsmaßnahme für die Elbtunnelröhren geschaffen wurde. Nach Aussage des Bezirks gibt es eine ordnungsgemäße Baugenehmigung auf Grundlage des bundesweit geänderten Baurechts.
  • „fördern & wohnen“ wird mit 2,5 Stellen sowie einer technischen Stelle (“Hausmeister”) vor Ort sein, so dass wochentags von 7 bis 16 Uhr Ansprechpartner für Bewohner und Externe zur Verfügung stehen. Die auf dem Podium anwesende Frau Kant ist als Leiterin der Unterkunft Ansprechpartnerin vor Ort und wird auch das ehrenamtliche Engagement aus der Nachbarschaft koordinieren.
  • Die schulpflichtigen Kinder werden (nach dem Besuch von Vorbereitungsklassen) öffentliche Schulen besuchen – möglichst in der Umgegend. Von der Elbschule für Hörbehinderte kam der Vorschlag, die im Umfeld liegenden Einrichtungen für Hörgeschädigte und Körperbehinderte dahingehend zu nutzen, dass bevorzugt Familien mit entsprechenden Kindern in den Holmbrook kommen. Zudem soll auch Gehörlosen aus anderen Unterkünften der Schulbesuch angeboten werden.
  • Der bestehende Spielplatz am Holmbrook bleibt erhalten. Für sportliche Aktivitäten soll es Kooperationen mit ansässigen Sportvereinen geben.
  • Die Kosten für das Wohnprojekt belaufen sich voraussichtlich auf ca. 4 – 4,5 Millionen Euro. Die Planer gehen dabei von Kosten in Höhe von ca. 20.000 Euro pro Platz aus.
  • Behörden und Betreiber wissen, dass der Erfolg der Integration sehr stark vom Engagement der Anwohner abhängt. Daher wurde die schon seit Monaten laufende Organisation von Unterstützung begrüßt, unter anderem von der Leiterin des Bezirksamtes Altona, Frau Melzer, die sich ausdrücklich bei der Initiative Willkommen am Holmbrook bedankte.

 

Großer Andrang bei der Informationsveranstaltung zur Holmbrook-Unterkunft (13. April 2015)
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