Sieben Bewohner der Flüchtlingsunterkunft begeben sich auf Jobsuche

Foto: Handelskammer Hamburg

Am letzten Montagmorgen um 8.30 Uhr hatten sich sieben Bewohner vom Holmbrook und fünf Betreuerinnen an der Bushaltestelle in der Bernadottestraße getroffen, um gemeinsam zur Handelskammer in die Innenstadt zu fahren. Hier fand am 5. September 2016 zum wiederholten Male der „Marktplatz der Begegnungen“ statt. Ziel der Veranstaltungen sei es, laut Aussage der Veranstalter, Flüchtlingen und Arbeitsgebern eine Plattform zu bieten, um sich gegenseitig kennen zu lernen und gemeinsam Einstellungsmöglichkeiten als Praktikant, Auszubildender oder in Festanstellung festzustellen. Vor Ort waren 50 Aussteller aus den Branchen Industrie, Handel, Dienstleistungen, Gastronomie und diverse Handwerksbetriebe. Organisatoren der Jobbörse sind die Handelskammer Hamburg, die Handwerkskammer, Bundesagentur für Arbeit und die Flüchtlingsinitiative W.I.R.

Gemeinsam mit den Damen aus dem Café und Ehrenamtlichen aus der Mentoring-Gruppe hatten sieben Männer aus Syrien, dem Iran, Irak und Afghanistan bereits eine Woche vor der Jobbörse einen Fragebogen ausgefüllt mit persönlichen Angaben, Sprachkenntnissen, Ausbildung, Aufenthaltsstatus und Berufswunsch. Auf Jobsuche begaben sich ein Koch, ein Absolvent der Anglistik, ein Maschinenführer aus der Metallverarbeitenden Industrie, ein ehemaliger Bankangestellter, ein Händler und ein Patissier. Ausgestattet mit einem Lageplan, einer Aussteller-Liste und dem   persönlichen Profil gingen die sieben jobsuchenden Männer zusammen mit jeweils einer Betreuerin zu den einzelnen Ständen, um sich vorzustellen. Die einzelnen Aussteller waren mit mindestens zwei Mitarbeitern an den Ständen vertreten, teilweise sogar mit arabisch sprechenden Kollegen, was sehr hilfreich war. In kurzen Gesprächen hatten die Holmbrooker dann die Möglichkeit, Kontakt zu knüpfen, sich vorzustellen und den Kontaktbogen zu übergeben.

Keiner der Jobsuchenden wurde vom Fleck weg engagiert, was ja auch nicht verwunderlich ist. Je nach Ausbildung und Berufserfahrung sind die Chancen, hier in Hamburg einen Praktikums- oder Ausbildungsplatz zu bekommen, auch sehr unterschiedlich. Deutlich wurde auch mal wieder, dass die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Vermittlung und Integration in das Berufsleben gute Deutschkenntnisse sind. Aber kaum einer der Männer vom Holmbrook hatte von Beginn an einen Deutschkurs genehmigt bekommen, sondern die Mehrheit der Teilnehmer absolviert gerade den A2 oder B1 Deutschkurs. Beste Voraussetzung für eine erfolgreiche Vermittlung ist aber erfahrungsgemäß die B2-Stufe. Aus diesem Grund werden die sieben Holmbrooker weiter intensiv Deutsch lernen, um sich dann bei der nächsten Jobbörse oder dem nächsten Jobangebot wieder vorzustellen.

Besonders wichtig ist, dass gerade wir und jeder Einzelne überlegt, wie man die Bewohner hinsichtlich ihrer berufliche Weiterentwicklung unterstützen kann. Wir alle haben viele Bekannte und Kontakte, die nützlich sein könnten. Auch wenn die absolute Basis und Voraussetzung die Kommunikation und damit das Erlernen der Sprache ist, so sind es im nächsten Schritt unsere Kontakte, die die Bewohner bei ihrer Weiterentwicklung unterstützen können.

In den nächsten Newslettern werden konkrete Jobgesuche formuliert und vorgestellt.

Falls Sie ein Praktikum, Ausbildungsplatz oder eine Festanstellung speziell für Flüchtlinge anzubieten haben, melden Sie sich gerne unter der Mailadresse: mentoring@holmbrook.de.

Holmbrooker beim Marktplatz der Begegnungen in der Handelskammer