Liebe Holmbrooker!

kindvonhinten_an_ContainernSeit drei Monaten ist die Wohnunterkunft am Holmbrook in Betrieb. Mehr als 200 Menschen aus vielen verschiedenen Ländern wohnen dort. Manche von ihnen haben einen gesicherten Aufenthalts-Status, viele nur einen vorläufigen – und einige wurden auch schon wieder in ihre Herkunftsländer abgeschoben.2015-09-07-14.45.49-web

Aber es gibt auch positive Auszugsgründe zu vermelden: Ein Bewohner hat eine Wohnung gefunden und ist dabei, sein Leben in Hamburg neu aufzubauen. Wir haben ein Interview mit ihm geführt, dass wir demnächst auf holmbrook.de veröffentlichen.

Ein kranker Junge und seine Mutter sind auf der dringenden Suche nach einer barrierefreien Bleibe, wer kann ihnen helfen?

2015-09-24_10-58-22_FvV_DSCN0390Das Willkommens-Café ist zur festen Einrichtung geworden. Jeden Montag und Donnerstag von 15 bis 17 Uhr ist das Café ist auch der Ort, an dem Interessenten für alle Arten von Aktivitäten (Spaziergänge, Theater, Laufgruppe…) gewonnen werden können. Auch wenn Sie eine Patenschaft übernehmen wollen oder einen Job anbieten können, sind Sie herzlich willkommen.

Flüchtlingen steht unter bestimmten Bedingungen ein Sprach- und Integrationskurs zu. Davon profitieren auch schon einige Holmbrook-Bewohner. Für die anderen (und auch als Ergänzung) hat unsere Sprachgruppe einen Deutschunterricht organisiert, der fast täglich in der Christuskirchen-Gemeinde und in der Loki-Schmidt-Schule stattfindet.

Das Internet ist eine ganz wichtige Brücke zu den Verwandten und Freunden in der Heimat wie auch zu den Angeboten hier bei uns. Es gibt zwar erste Pläne der Hamburger Regierung, in den Heimen einen Internet-Zugang bereit zu stellen, aber der Holmbrook steht als kleine Einrichtung vermutlich nicht oben auf der Prioritäten-Liste. Wir sind daher auf Initiativen wie „Freifunk e.V.“ angewiesen, die auch am Holmbrook Internet für die Bewohner zur Verfügung stellen wollen. Dafür brauchen wir aber die Unterstützung unmittelbarer (inter)netter Nachbarn.

_DSC5331Die Initiative „Holmbrook-im-Sattel“ arbeitet gemeinsam mit den Bewohnern gespendete Fahrräder auf und stellt sie kostenlos zur Verfügung. Unter großem Interesse insbesondere der Kinder hat die Initiative die orangeroten Container neben dem Holmbrook-Spielplatz bezogen und öffnet dort jeden Samstag um 11:00 Uhr die Werkstatt.

Die Buchhandlung Christiansen hat vor einigen Wochen eine Veranstaltung zum Thema „Flüchtlinge in Deutschland. Herausforderung und Chance“ durchgeführt, bei der auch das sehr lesenswerte Buch „Schiffbruch“ vorgestellt wurde.

Unsere aktuellen Termine finden Sie übrigens hier.

Wie viele Flüchtlinge derzeit in Hamburg sind, kann niemand so genau sagen, aber es sollen um die 20.000 sein. Daher engagieren sich viele unserer Aktivisten und Leser (auch) in anderen Initiativen.

Die „Leuchtturm-Einrichtung“ in Hamburg ist wohl die Kleiderkammer Messehallen, die sehr bald endgültig die Messehallen räumen muss. Ein neu gegründeter Trägerverein namens „Hanseatic Help“ wird diese einzigartige Initiative in Zukunft organisieren. Die eigentlichen Träger sind aber weiterhin die Spender und die Helfer. Hanseatic Help beliefert nicht nur Flüchtlings-Einrichtungen in Hamburg und im Umland. Obdachlose, Frauenhäuser und andere Gruppen profitieren ebenfalls von den Spenden. Und in diesen Tagen rollen nach und nach 20 Vierzigtonner in den Nordirak: In Zusammenarbeit mit einer holländischen Organisation und dem UNHCR werden Flüchtlinge in den riesigen Lagern in Erbil und anderswo versorgt. Hier sind sehr viele Frauen und Kinder, so dass die hier überzähligen Kleidungsstücke dort hoch willkommen sind. Danke an alle Helfer und Spender – und bitte weiter so! In diesem Zusammenhang noch einmal unsere Hinweise für Sach- und Kleiderspenden.

Auch bei politischem Gegenwind sollten wir die Menschlichkeit weiterhin in den Mittelpunkt stellen und alle Flüchtlinge unterstützen. Dazu gibt es Ansätze auf allen Ebenen, auch kleine Gesten helfen. Jeder Kontakt mit Flüchtlingen und Zuwanderern hilft auch, unsere Hemmungen gegenüber uns fremden Kulturen abzubauen und gegenseitiges Verständnis zu fördern.

In diesem Sinne: Fürchtet euch nicht!

Die Holmbrooker wünschen Ihnen friedliche Weihnachtstage und einen „Guten Rutsch“

P.S.: Pastor Martin Hofmann, Initiator der Holmbrook-Initiative, wurde kürzlich mit dem Deutschen Predigt-Preis ausgezeichnet. Herzlichen Glückwunsch! Lesen Sie hier die Begründung und hier die Predigt unseres streitbaren Christen aus Anlass des Überfalls auf „Charlie Hebdo“.

Holmbrook-Newsletter vom 11.12.2015