NB-Treffen-21082015-2015-08-21 15.42.02Am Freitag, den 21.08. fand ein Nachbarschaftstreffen am Holmbrook für die nahe der Flüchtlingsunterkunft lebenden Othmarscher statt. Eingeladen hatten die Betreibergesellschaft der Einrichtung „fördern & wohnen“ (f&w) sowie die Nachbarschaftsinitiative „Die Holmbrooker“.

Ziel der Veranstaltung war es, die Nachbarn der Wohnunterkunft vor Einzug der Flüchtlinge umfassend zu informieren. Nach einer kurzen Einführung konnten die Gäste Fragen stellen und eine Musterwohnung besichtigen.

Musterwohnung Küche        Musterwohnung Bad

Zu der Veranstaltung um 15 Uhr im Gemeinschaftshaus auf dem fast fertig gestellten Unterkunftsgelände Holmbrook 1b kamen im Laufe des Nachmittages rund 100 Anwohner. Ihren Fragen stellten sich der Geschäftsführer von f&w, Dr. Vaerst, die Unterkunftsleitung Christiana Kant, ihre Mitarbeiterin Mona Shaikh, der f&w Bereichsleiter Torsten Grube, der Architekt Herr Freund und Pastor Martin Hofmann von der Nachbarschafts-Initiative „Die Holmbrooker“.

Hier die wichtigsten Infos des Betreibers f&w:

  • Frau Kant ist unter der Nummer 0176-42853-467 zu erreichen, in den ersten Wochen allerdings noch besser per Email unter christiana.kant@foerdernundwohnen.de ebenso wie ihre Mitarbeiterin Mona Shaikh, die unter 0176-42853-482 oder mona.shaikh@foerdernundwohnen.de kontaktiert werden kann.
  • erst seit letzter Woche wissen die Mitarbeiter , wer in die Unterkunft einziehen wird. Der erste Teil der Flüchtlinge kommt am 31.8., dann folgen nach und nach die restlichen der insgesamt 208 Bewohner
  • 60 Prozent der 208 neuen Nachbarn sind Familien mit Kindern, 40 Prozent werden voraussichtlich alleinstehende Menschen sein
  • die Menschen stammen größtenteils aus folgenden Herkunftsländern: Syrien, Afghanistan, Eritrea, Somalia und dem Westbalkan, es werden jedoch auch einige wohnungslose Familien aus Deutschland am Holmbrook Obdach finden
  • die meisten der Bewohner haben bis zu 10 Monate in einer der überfüllten Erstaufnahmestellen verbracht und freuen sich nun sehr darauf, wieder etwas Privatsphäre zu haben wie eine Wohnungs- und Zimmertür, einen eigenen Briefkasten, Koch-Möglichkeiten sowie einen geregelten Tagesablauf
  • die Modulhäuser bestehen aus Wohncontainern, die durch Türen miteinander verbunden sind. Jedes Haus ist in Wohneinheiten mit 3- und 4-Zimmer-Wohnungen unterteilt, mit jeweils einer Küche und einem Bad. Hinzu kommen Gemeinschaftsräume im Verwaltungsgebäude und eine gemeinsame Waschküche.
  • f&w bittet darum, dem Betreuungsteam und den Flüchtlingen ein paar Wochen Zeit einzuräumen, um die grundlegende Versorgung für die Neu-Bewohner sicher zu stellen. Die Neuangekommenen benötigen nach den Strapazen der letzten Monate Zeit, um sich einzuleben. Danach freuen sich „fördern & wohnen“ und „Die Holmbrooker“, konkrete Hilfe anzubieten und Sachspenden den individuellen Bedürfnissen der Menschen entsprechend zu organisieren.

Pastor Hofmann von der Christuskirche wies darauf hin, dass wir als Initiative gute Strukturen vorbereitet haben mit all dem, was die neuen Nachbarn in jedem Fall brauchen können (Sprach-Förderung, Beistand in Rechts- und Gesundheitsfragen, Schularbeitenbetreuung, gemeinschaftliche Aktivitäten, Unterstützung bei Behördengängen etc.). Nun heißt es aber abwarten wer am Holmbrook einzieht und die Bedürfnisse der neuen Nachbarn kennen zu lernen. Nur so können wir da wo sie gebraucht werden sollte Hilfe anbieten und einander auf Augenhöhe begegnen.

Bevor sich die Anwohner eine fertige Musterwohnung anschauen konnten, hatten sie noch viele Fragen, die die Mitarbeiter von f&w wie folgt beantworteten:

NB-Treffen-21082015-P1010956Welche Grund-Ausstattung bekommen die Bewohner der Unterkunft?

Neben Betten, Matratzen, Tischen, Stühlen und Schränken gehören auch Bettdecken, Bettwäsche, Handtücher, Töpfe und Geschirr zur Grundausstattung. Die Flüchtlinge erhalten mit dem Geld für Essen und Bekleidung (rund 400 Euro monatlich) auch die Möglichkeit in Sozialkaufhäusern einzukaufen.

Werden die Kinder die umliegenden Schulen und Kitas besuchen?

Die Kinder besuchen Deutsch-Kurse und sind meist nach einem halben oder dreiviertel Jahr soweit, dass sie der Schulpflicht gemäß die umliegenden Schulen besuchen können. Kleinkinder und Kinder im Kindergartenalter werden direkt den einzelnen Einrichtungen in der Umgebung zugewiesen.

Die Hausleitung Frau Kant berichtete aus anderen Unterkünften, dass es in anderen Kulturkreisen nicht verbreitet sei, die Kinder unter drei Jahren in die Kita zu geben. Ein Grund für diese Haltung sei auf die Trennungs-Erfahrungen während der Flucht zurückzuführen. Erfahrungsgemäß wirke sich ein schneller Besuch von Kita, Kindergarten und Schule positiv auf die Integration aus und sei wünschenswert.

Wie sieht die medizinische Versorgung in den Erstaufnahmelagern aus?

In der Erstaufnahmestelle sollte jeder Bewohner ärztlich untersucht und wenn nötig mit Impfungen versorgt werden. Aufgrund der sehr stark gestiegenen Flüchtlingszahlen in den vergangenen Wochen haben die Mitarbeiter der Gesundheitsämter momentan Probleme, alle Asylsuchenden schnell zu untersuchen und wenn nötig zu behandeln.

Welche Mitarbeiter von von f&w sind wann vor Ort?

Die Unterkunft wird von Frau Kant geleitet. Sie wird unterstützt von der Sozialarbeiterin Frau Shaik. Weiterhin gibt es einen Hausmeister für die Einrichtung. Die Mitarbeiter von f&w sind von Montag bis Freitag zu den normalen Bürozeiten am Holmbrook. Nachts gibt es einen Bereitschaftsdienst, der telefonisch zu erreichen ist, am Wochenende rund um die Uhr.

Wie werden die Häuser belegt?

Ein Anwohner schlug vor, die einzelnen Nationen in Häusern zusammen wohnen zu lassen um ihnen die Verständigung zu erleichtern. Frau Kant entgegnete, dass man damit schlechte Erfahrungen gemacht habe, da dieses Konzept zu einer Ghettoisierung führe. f&w achtet auf eine gesunde Durchmischung der Nationen bei der Belegung der Häuser. Sollte es dennoch Probleme zwischen einzelnen Bewohnern geben, kann f&w eingreifen und intern die Belegung der Wohnungen ändern. Sehr selten gibt es auch den Fall, dass Bewohner in andere Einrichtungen verlegt werden.

Die Bewohner stehen nicht in einem Mietverhältnis mit f&w, sondern in einem Nutzungsverhältnis, das von beiden Seiten von einem Tag auf den anderen beendet werden kann, zum Beispiel wenn eine Familie eine eigene Wohnung gefunden hat.

Wie lange werden die Häuser am Holmbrook stehen?

Die Nutzung ist auf 7 Jahre angelegt, allerdings ist es möglich, dass dieser Zeitraum verlängert wird.

Wie funktioniert die Müllabfuhr auf dem Gelände?

Die städtische Müllabfuhr wird den Müll regelmäßig entsorgen und bei vermehrtem Müllaufkommen kann es gesonderte Abfuhraktionen geben.

Wird die Umgebung gefährlicher?

„fördern & wohnen“ arbeitet bei allen Unterkünften eng mit den städtischen bürgernahen Beamten zusammen. Der Leiter berichtet, dass sich kein Anstieg von Straftaten durch die Einrichtungen von f&w feststellen lässt.

Wie kann man den Flüchtlingen begegnen, wie einander kennen lernen?

Frau Kant empfiehlt, die einem unbekannten Menschen im Stadtteil einfach freundlich zu begrüßen, die Hand zu reichen und sich unbefangen vorzustellen.

Wichtig sei der Kontakt auf Augenhöhe, dazu gehöre auch, nicht immer nur geben zu wollen, sondern auch bereit zu sein, zu nehmen, etwas von den neuen Nachbarn zu lernen.

Diese Haltung unterstützen auch „Die Holmbrooker“, die sich für ein gutes nachbarschaftliches Miteinander am Holmbrook einsetzen. Wenn auch Sie uns unterstützen möchten, finden Sie hier weitere Informationen.

Großer Zulauf beim Nachbarschaftstreffen für Anwohner

Ein Gedanke zu „Großer Zulauf beim Nachbarschaftstreffen für Anwohner

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